Wildbienen bestimmen – 11 heimische Wildbienenarten erkennen
Share
In Deutschland leben über 570 Wildbienenarten – doch die meisten fliegen unbemerkt an uns vorbei. Dabei sind sie überraschend vielfältig und in vielen Formen und Farben anzutreffen. Mit etwas Übung lassen sich viele Wildbienenarten schon im Garten oder auf der Wiese bestimmen und erkennen. Dieser Artikel stellt dir 11 häufige heimische Bienenarten mit naturgetreuen Illustrationen vor.
Was sind Wildbienen?
Wildbienen ist der Sammelbegriff für alle Bienenarten außer der Honigbiene (Apis mellifera). Die meisten leben solitär – jedes Weibchen baut sein eigenes Nest und versorgt seinen Nachwuchs alleine.
Sie stechen nur selten, sind hervorragende Bestäuber und oft auf bestimmte heimische Pflanzen spezialisiert. Wer Wildbienen bestimmen möchte, sollte vor allem auf Körperfärbung, Behaarung und Flugzeit achten.
11 heimische Wildbienenarten bestimmen
1. Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis)
Eine der bekanntesten Wildbienenarten in Deutschland. Das Weibchen ist charakteristisch rostrot behaart, das Männchen heller. Sie nistet gerne in Insektenhotels und ist ab Ende März / Anfang April aktiv – eine der ersten Bienenarten im Frühling.
Flugzeit: Ende März bis Juni

2. Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)
Etwas größer als die Rostrote Mauerbiene, mit schwarz behaartem Kopf und rostrotem Hinterleib. Sie ist oft schon ab Ende Februar oder Anfang März aktiv und gehört zu den frühesten Wildbienenarten überhaupt.

3. Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva)
Ein echter Frühlingsbote – das Weibchen trägt ein auffälliges rotbraunes Pelzkleid. Sie nistet im Boden, oft in größeren Ansammlungen, wobei jedes Tier sein eigenes Nest baut.
Flugzeit: März bis Mai

Alle 12 heimischen Bienenarten findest du auf dem Bienen Artenposter als naturgetreue Illustration.
4. Graue Sandbiene (Andrena cineraria)
Schwarz mit auffälligen grau-weißen Haarbinden – eine der markantesten heimischen Bienenarten. Sie ist häufig in Gärten, Parks und an Wegrändern anzutreffen.
Flugzeit: März bis Juni

5. Rotschopfige Sandbiene (Andrena haemorrhoa)
Erkennbar am rostfarbenen Haarbüschel auf dem Hinterleib. Diese häufige Frühlingsart ist oft auf Obstblüten und Weiden zu finden.
Flugzeit: März bis Juni

6. Rotbeinige Lockensandbiene (Andrena clarkella)
Eine der ersten Sandbienen im Jahr – aktiv bereits ab Februar. Das Weibchen trägt einen auffälligen rotbraunen Haarpelz und ist auf Weidenpollen spezialisiert.

7. Hosenbiene (Dasypoda hirtipes)
Unverkennbar durch die großen Sammelhaare an den Hinterbeinen – daher der Name. Sie gräbt tiefe Nistgänge in sandigen Boden und gehört zu den beeindruckendsten Bodenbewohnern unter den Wildbienen.
Flugzeit: Juni bis September

8. Gemeine Pelzbiene (Anthophora plumipes)
Hummelähnlich und kräftig gebaut – das Männchen ist braungelb behaart, das Weibchen schwarz. Sie gehört zu den früh fliegenden Bienenarten und ist häufig an Taubnesseln und Lungenkraut zu beobachten.
Flugzeit: März bis Mai

9. Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)
Eine der größten heimischen Wildbienenarten. Mit ihrem schwarzen Körper und den blau schimmernden Flügeln ist sie kaum zu verwechseln. Sie nistet in abgestorbenem Holz und ist in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend häufiger zu beobachten.
Flugzeit: März/April bis Oktober

Die Blaue Holzbiene gibt es auch als Postkarte – oder als Kunstdruck.
10. Langhornbiene (z. B. Eucera nigrescens)
Das Männchen fällt sofort durch seine extrem langen Fühler auf. Diese wärmeliebenden Wildbienenarten sind auf Schmetterlingsblütler spezialisiert und vor allem im späten Frühling zu sehen.
Flugzeit: April bis Juli

11. Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae)
Eine typische Spätsommerart – aktiv von August bis Oktober. Sie ist fast ausschließlich auf Efeublüten spezialisiert und damit eine wichtige Bestäuberin im Herbst.
Erkennbar an den hell gebänderten Hinterleibsringen.

Wenn du heimische Wildbienen auch im Alltag begleiten möchtest: Die Bienen Stofftasche mit verschiedenen Arten ist ein nachhaltiger Begleiter für Naturfreund*innen.
Wildbienen im Garten fördern
Wer Wildbienen im Garten fördern möchte, braucht vor allem drei Dinge: blütenreiche Pflanzen über die gesamte Saison, offene Bodenstellen für grabende Arten wie Sandbienen und natürliche Nistmöglichkeiten wie Totholz oder Insektenhotels für Mauerbienen.
Schon ein kleiner Wildblumenstreifen kann einen großen Unterschied für die lokale Bienenvielfalt machen.



